Vor ein paar Wochen habe ich bei Kathrin von K didit ihre Hose Anike gesehen – und war begeistert! Vor allem auch deswegen, weil ich ganz dringend eine gebraucht habe (irgendwer hat mir die Sommerhosen vom letzten Jahr über den Winter enger gemacht – wenn ich den erwische!).

Praktischerweise hatte ich vom letzten Jahr noch Stoff für eine Hose zuhause (manchmal ist man einfach zu optimistisch bei der Nähplanung…).
Und so habe ich die erste Anike relativ schnell genäht: Freitag Schnitt gekauft, zusammengeklebt, ausgeschnitten und auch schon zugeschnitten – seitlich vorsichtshalber mit größerer Nahtzugabe, weil ich schon erwartet hatte, dass ich die Schrittkurve etwas ändern muss und dann seitlich etwas mehr Weite brauche.

Schnittänderung

Wer hier schon länger mitliest, weiß ja, dass am Anfang meiner Hosen-Näh-Karriere die Schnitterstellung nach den kaidso-Onlinekursen stand. Damals habe ich sehr mit der Schablone für meine Hose gekämpft (und zugegebenermaßen nie wirklich hingekriegt). Aber ich habe dabei auch sehr viel gelernt.

Inzwischen bin ich zur Erkenntnis gelangt:

  1. Perfektion wird überbewertet
  2. Ich habe schlicht keine Zeit für Experimente

Für das Nähen von Hosen selber habe ich mir aber auch einiges mitgenommen. Ich weiß jetzt vor allem, dass ich die hintere Schrittkurve etwas nach unten ziehen muss und dann ev. seitlich ein kleines bisschen weiter zuschneiden muss.

Und dass es auf jeden Fall ratsam ist, eine Hose zuerst einmal mit langen Stichen zusammenzunähen und anzuprobieren. Also jetzt einmal ganz abgesehen davon, dass die richtige Wahl der Größe enorm wichtig ist – auch wenn man auf der Größentabelle erschreckend weit nach rechts wandern muss.

Die erste Anike war also wie in der Anleitung vorgesehen, lediglich etwas kürzer. Und mit kleinen Schlitzen unten. Was gut war, der vorhandene Stoff hat nämlich genau gereicht (Notiz an mich: Stoff vor dem Zuschneiden noch einmal abmessen, damit ich beim nächsten Mal weiß, wieviel ich brauche).
Für den Gummibund hinten hatte ich ganz genau noch ein passendes Stück Gummi.

Fazit

Die Hose  passt, ist bequem und luftig. Was mich allerdings stört, ist der Gummibund und die Bänder (die habe ich jetzt fix um die zwei Gürtelschlaufen geknotet und binde sie dann seitlich zusammen – mit Knoten vorne schaue ich aus wie schwanger!). Und ich habe irgendwie ständig das Gefühl, dass die Hose rutscht.

Aber dass ich nicht so der Gummibund-Typ bin, habe ich ja eigentlich eh schon gewusst – aber eben aus Zeitmangel und Experimentierfreudigkeit ignoriert.

Trotzdem: Der Schnitt gefällt mir und passt. Also habe ich noch einen Stoff gekauft, da habe ich zufällig ein Leinen in Jeansoptik gefunden – super für den Sommer!

Anike mit Reißverschluss

Nachdem die zweite Version jetzt einen Reißverschluss und einen festen Bund bekommen sollte, war der Schnitt natürlich oben zu weit. Ein Vergleich mit einer ähnlichen Hose aus einer alten Ottobre hat ergeben, dass die Mehrweite hauptsächlich in der hinteren Mitte zugegeben ist und nicht seitlich, wie ich zuerst gedacht habe. Also habe ich in der hinteren Mitte ca. 2 cm weggenommen und zusätzlich noch einen Abnäher gemacht. Sowohl am Abnäher als auch in der hinteren Mitte habe ich nach der Anprobe noch mehr Weite weggenommen.
Den Reißverschluss habe ich übrigens nach dem Tutorial der Ginger Jeans genäht, das finde ich am einfachsten.

Den Hosenbund habe ich mir selber angepasst, damit er schön anliegt und vor allem hinten nicht absteht. Eine kleine Anleitung dazu gibts hier.

Was ich das nächste mal auf jeden Fall machen werde: Den außeren Bundstreifen verstärken, zumindest mit einer leichten Einlage (und wenn ich schon dabei bin: den Tascheneingriff würde ich auch verstärken, der ist mir zu gedehnt). Durch die Rundung verzieht sich der Stoff nämlich relativ leicht, mein Bund ich etwas gewellt (aber ich trage eh immer was drüber).

Auf jeden Fall bin ich sehr glücklich mit meinen beiden neuen Hosen, vor allem auch, weil ich doch relativ schnell war. Auch die mit dem Reißverschluss war relativ flott genäht (mir ist nur eine halbe Saumkante vor Ende der Faden ausgegangen!). Ich habe sogar noch Jeans-Leinen übrig (von 2m), da muss ich einmal schauen, ob sich eventuell sogar noch eine kurze Hose ausgeht. Oder sonst hol ich mir noch den Rest dazu.

Und weil ich schon beim Hosen-Posting bin: Heute habe ich mir schnell noch eine Sporthose nach dem Schnitt von kibadoo genäht. Ich gehe nämlich zum ersten Mal nach über 30 Jahren wieder einmal rudern! Bin schon gespannt, wie das wird!Nachdem die Hose aus Stoffresten besteht, habe ich sehr lange hin und her gepuzzelt, bis ich alle Teile drauf hatte. Auf die Teilungsnaht wollte ich ursprünglich verzichten, das ging aber gar nicht. Und einen der oberen Teile musste ich auch stückeln. Auch gut.

Hier liegt übrigens auch noch ein Jeansstoff für noch eine Ginger Jeans. Aber jetzt ist es eh erst einmal heiß 😉

Schnitt: Anike und Sporthose von kibadoo

verlinkt bei: The Creative Lover, Create in Austria, Du für Dich am Donnerstag, Sew La La, WoF – Woman on Fire